Outplacement-Beratung

Outplacement-Beratung – Was ist das und wofür ist es gut?

Outplacement (zu Deutsch „Außenvermittlung“) stellt eine besondere Form der Beratung dar, bei der es darum geht, eine/n Mitarbeiter*in im Hinblick auf eine berufliche Neuorientierung zu beraten. Gerade in der heutigen Zeit, die geprägt ist durch Globalisierung sowie einen rasant fortschreitenden technologischen Fortschritt, unterliegen auch die Arbeitsplätze einem beständigen Wandel. Unternehmen fusionieren, werden umstrukturiert und/ oder Arbeitsstellen fallen weg. So kommt es immer wieder dazu, dass eine berufliche Neuorientierung notwendig wird. Damit kommt der Outplacement-Beratung ein immer wichtiger werdender Stellenwert zu. Ziel ist es, den Mitarbeiter*innen außerhalb des Unternehmens möglichst schnell alternative berufliche Perspektiven zu eröffnen und berufliche Übergänge zu erleichtern. Dazu wird eine speziell darauf spezialisierte Berater-Fima hinzugezogen.

An wen richtet sich eine Outplacement-Beratung?

Grundsätzlich können mehrere oder auch nur einzelne Mitarbeiter*innen an einer Outplacement-Beratung teilnehmen. Infrage kommen all jene, für die aktuell oder in absehbarer Zukunft eine berufliche Neuorientierung notwendig wird (z. B. weil einzelne Stellen umstrukturiert werden). Outplacement Beratungen, die für eine Großzahl von Beschäftigten gedacht sind, werden als Transfermaßnahmen verstanden. Sie werden rechtlich durch die §§ 110 und 111 des dritten Sozialgesetzbuches (SGB III) geregelt. Diese können dann bei einer drohenden Schließung eines Unternehmens zur Anwendung kommen.

Outplacement-Beratung

Was beinhaltet eine Outplacement-Beratung und wie läuft sie ab?

Je nach Zielgruppe und Anzahl der Teilnehmer*innen kann die Outplacement-Beratung sowohl in Einzel- als auch in Gruppengesprächen stattfinden. Meist setzen die Gespräche bereits zu einem Zeitpunkt an, zu dem der oder die Beschäftigte noch im bisherigen Unternehmen tätig ist. Damit ist eine möglichst frühzeitige Unterstützung ohne unnötige Zwischenphasen möglich.

Üblicherweise findet die Outplacement-Beratung Face-to-Face statt. Alternativ dazu bieten aber immer mehr Anbieter auch virtuelle Formen der Outplacement-Beratung an. Auf Wunsch machen wir das auch bei Promedis. Allerdings ist und bleibt die Face-to-Face Beratung der Goldstandard in dieser Form des Coachings.

Der Kern des Beratungsgespräches besteht darin, herauszufinden, welche neue berufliche Perspektive für den Klienten/ die Klientin aufgrund der bestehenden Kompetenzen, Fähigkeiten und Interessen geeignet erscheint. Dies wird mithilfe einer Standortbestimmung sowie einer Analyse zu den persönlichen Stärken und Schwächen umgesetzt. Auf Basis dessen werden gemeinsam die Ziele definiert, die anhand der Outplacement-Beratung erreicht werden sollen. Im Anschluss daran folgen die Vakanzrecherche und das Bewerbungsmanagement. Zur letzterem Schritt gehört auch, dass die Klienten für anstehende Vorstellungsgespräche trainiert und beim Aushandeln der Arbeitsverträge unterstützt werden.

Daraus ergibt sich folgender zeitlicher Ablauf, der charakteristisch für den Verlauf einer Outplacement-Beratung ist:

  1. Gespräche mit dem oder der Beschäftigten
  2. Konzeption eines individuellen Qualifikationsprofils
  3. Festhalten der Ziele, Bedürfnisse und Wünsche, aber auch der Stärken und Ziele der Mitarbeiter*innen
  4. Erstellen von professionell gestalteten Bewerbungsunterlagen
  5. Trainings für Einstellungstests und Bewerbungsgespräche
  6. Unterstützung und Beratung bei der Auswahl des neuen Arbeitgebers.

Welche Maßnahmen kommen zum Einsatz?

Die Outplacement-Beratung orientiert sich, wie sie meisten Beratungsformen auch, am jeweiligen Einzelfall. Dabei spielen situative Besonderheiten eine Rolle, aber zum Beispiel auch die individuellen Bedürfnisse sowie die Zusammensetzung und Größe der Zielgruppe.
Ein wichtiges Element der Outplacement-Beratung stellt jedoch in aller Regel das Einstellungstest- und Bewerbungsgesprächs-Training dar. Viele der Beschäftigten, die an einer Outplacement-Beratung teilnehmen, waren bereits über lange Zeiträume in ihren Unternehmen beschäftigt. Die Erfahrungen mit den Bewerbungsgesprächen liegen demnach lange zurück. Entsprechend erweist es sich als sinnvoll, den Umgang mit ihnen noch einmal aufzufrischen. Hierzu kommen häufig Simulationen zum Einsatz, d. h. es werden verschiedenste Situationen simuliert, die in einem Einstellungstest oder einem Bewerbungsgespräch vorkommen könnten. Anhand dieser Simulationen können ein adäquates Verhalten, ein selbstsicheres Auftreten und das Selbstbewusstsein der Teilnehmer*innen trainiert werden.

Überdies stehen die Outplacement-Berater auch bei der Auswahl der künftigen Arbeitsstelle beratend und unterstützend zur Seite. Dies erweist sich insbesondere dann sinnvoll, wenngleich mehrere Jobangebote potenziell infrage kommen. Dazu werden weiterführende Informationen über die künftigen Arbeitgeber eingeholt, auf deren Basis die Beratung erfolgt.

Welche Vorteile bringt die Outplacement-Beratung?

Die Outplacement-Beratung bringt sowohl für den oder die Mitarbeiter*in zahlreiche Vorteile als auch für das Unternehmen, das die Outplacement-Beratung in Auftrag gibt.

Aus Perspektive der Mitarbeiter*innen bestehen die entscheidenden Vorteile einer Outplacement-Beratung darin,

  • die Chancen, einen geeigneten neuen ‒ und vor allem passgenauen Job zu finden, werden erheblich verbessert
  • den Prozess der Jobsuche erheblich zu beschleunigen
  • möglichst gut auf anstehende Bewerbungsgespräche und Eignungstests vorbereitet zu sein, um einen guten Eindruck bei den potenziell infrage stehenden Arbeitgebern zu hinterlassen
  • individuelle Weiterentwicklungschancen zu identifizieren und möglicherweise auch das Potenzial einer (völligen) beruflichen Neuorientierung aufzudecken
  • eine adäquate neue Arbeitsstelle zu finden, die nicht nur der vorhandenen Qualifikation möglichst gut entspricht, sondern auch eine Gleich- oder sogar Besserstellung gegenüber der bisherigen beruflichen Position darstellt (somit können auch finanzielle Einbrüche vermieden werden)
  • vom Wissen, dem Know-how und den Erfahrungen des Outplacement Beraters zu profitieren und durch dessen geschulte Sichtweise von den weiterführenden Impulsen für die berufliche Neuorientierung profitieren
  • mentale Unterstützung zu erhalten, die Zeit des beruflichen Umbruches und der Unsicherheit möglichst gut bewältigen zu können
  • möglichen Krisen, die mit dem Verlust der bisherigen Arbeitsstelle in Verbindung stehen, entgegenzuwirken
  • dass sie die Möglichkeit bietet, ohne Phasen der Arbeitslosigkeit direkt vom bisherigen in den neuen Job zu wechseln, ohne dass dabei Lücken im Lebenslauf zustande kommen.

Aus Perspektive der Unternehmen kann die Outplacement-Beratung folgende Vorteile bringen:

  • Übernahme von Verantwortung und Wertschätzung: Gerade, wenn ein/e Beschäftigte bereits über einen langen Zeitraum im Unternehmen tätig war, hat er oder sie für das Unternehmen auch viel geleistet. Die Inanspruchnahme einer Outplacement-Beratung (verbunden mit all ihren Vorteilen für die Mitarbeiter*innen) zeugt davon, dem oder der Beschäftigten gegenüber Verantwortung zu übernehmen und sie nicht einfach in ihrer Situation und mit ihrer Jobsuche auf sich allein gestellt zu lassen. Dies begründet sich primär daraus, dass die Kündigung eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin in vielen Fällen nicht vermeidbar ist (etwa bei unumgänglichen Umstrukturierungen) und nicht etwa Ergebnis einer unzuverlässigen Arbeitsweise oder von Unzufriedenheit mit der Arbeit der bzw. des Beschäftigten darstellt. Damit verbessert das Unternehmen sein Image auch nach außen hin.
  • Kostenersparnisse: Je schneller die Mitarbeiter*innen eine neue Arbeitsstelle finden, desto unproblematischer kann der Jobwechsel gestaltet werden. Dies kann im Einzelfall bedeuten, dass bestehende Arbeitsverträge schneller gelöst und Restlaufzeiten vermieden werden können. Zugleich reduziert sich damit für das Unternehmen auch die Gefahr, dass kostenintensive Rechtsverfahren seitens der Beschäftigten initiiert werden.
  • Erleichterung und Beschleunigung der unternehmensinternen Veränderungsprozesse: Wird der Übergang der Beschäftigten in eine neue Stelle beschleunigt, kann das Unternehmen schneller damit beginnen, die geplanten Veränderungsprozesse (z. B. Umstrukturierungen) in Angriff zu nehmen.